Live im Interview: Peter Decker organisiert seit 13 Jahren tolle Rock- und Musikkonzerte in Euskirchen und Zülpich

von Werner Kilian

Wir alle kennen Musiker, Artisten, Darsteller, Künstler und viele mehr, die bei der Darbietung ihrer beeindruckenden Arbeit in der Regel nur auf der Bühne stehen, die wir so sehr lieben. Dazu dann noch die vielen Veranstalter, die Organisatoren, die alles überhaupt möglich machen und ein großes Rad im Ganzen sind. Doch was steckt hinter diesen Menschen, die uns begeistern?

Was machen sie abseits ihrer tollen Arbeit? Was treibt sie immer wieder an, uns tolle Erlebnisse zu bescheren? Wie sind sie zu dieser Stilrichtung gekommen, welche Erfahrungen haben sie gemacht und welche Pläne haben sie für die Zukunft? Genau das richtige für ein Interview, wo man ihnen mal auf den Zahn fühlt. Sei gespannt auf kleine interessante Geschichten abseits der Bühne und der Arbeit und lerne unbekannte Seiten dieser Menschen kennen, die unser Leben bereichern. Auf geht´s!

Beginnen wollen wir heute mit Peter Decker aus Elsig bei Euskirchen. Peter ist seit ein paar Monaten im Vorruhestand, hat also jetzt genügend Zeit seinem großen Hobby nachzugehen. Er ist ein Organisationstalent in Sachen Konzertveranstaltungen, lässt nichts über seinen geliebten FC kommen und ist vom Knowhow ein wandelndes Rock- und Blueslexikon. Für 16 Fragen stand er uns Rede und Antwort und machte mit uns eine kleine Reise in seine Vergangenheit.

1.

Presse-Media-Online.de:

Hallo Peter, erst mal vielen Dank, dass du dir ein kleines Zeitfenster genommen hast, um mit dir ein kleines Interview zu machen. Ja, seit vielen Jahren führst du im Lago Beach in Zülpich Konzertveranstaltungen durch mit Bands aus den verschiedensten Musikstilrichtungen aus Rock und Blues. Wie bist du dazu gekommen, was hat dir den Antrieb gegeben, dich auf diesem Wege zu engagieren?

Peter Decker (Konzert-Organisator): Angefangen hat alles im Jahr 2010 mit den ersten Konzerten im City Forum in Euskirchen. Dieses wurde damals im gastronomischen Bereich von der Marienborn gGmbH bzw. der Tochtergesellschaft „MARIENBORN Integration Catering“ (MIC) betrieben. Ich wurde vom Geschäftsführer Marienborn Herrn Klein gefragt, ob ich Interesse hätte dort etwas zu organisieren.

Veranstaltet wurden dort Konzerte mit den Bands „Dire Strats“, „Still Collins“ und der englischen Rory Gallagher Tributeband „Sinnerboy“. Nachdem 2014/2015 das Lago Beach im Zülpicher Seepark von der Marienborn gGmbH eröffnet wurde, fand dort im April 2015 das erste Konzert statt. So werden dort jetzt schon im achten Jahr von mir Konzerte, in enger Zusammenarbeit mit dem Eventmanager/-veranstalter des Hauses, Abu Ghazaleh, organisiert.

Die Basis für alles war natürlich meine Liebe zur Rockmusik. Das fing im Jahre 1970 an mit meinen ersten LP`s von „Deep Purple“, „Black Sabbath“ und „Slade“. Danach gab es Jahrzehnte Besuche bei Konzerten und Festivals. Seit 20 Jahren besuche ich häufig Konzerte von Coverbands in Belgien und Holland. Viele von denen sind dann in den letzten Jahren auch Gast im Lago Beach gewesen.

2.

Presse-Media-Online.de:

Gehen wir mal ein paar Jahre zurück. Aufgewachsen bist du in Elsig bei Euskirchen als „Eefeler Jong“ und jetzt gut 50 Jahre später bist du mit deinen 62 Jahren bereits im Vorruhestand. Wie war deine berufliche Laufbahn, was kannst du uns darüber erzählen und war der Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand problematisch für dich?

Peter Decker (Konzert-Organisator): Nach der dreijährigen Handelsschule habe ich eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann gemacht und dann meinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr geleistet. Danach habe ich drei Jahre als Kraftfahrer gearbeitet. Das wollte ich dann aber doch nicht ewig machen. 1986 fing ich als Lagerist bei der Werkstatt für Behinderte in Zülpich-Ülpenich an. Später wurde meine ehemalige Arbeitsstätte in die Nordeifel-Werkstätten umbenannt. Nach 6 Jahren wechselte ich den Betreuungsdienst. Vor 12 Jahren wurde ich dann Teamleiter eines Bereiches mit 8 Betreuern und 45 Beschäftigten mit Handicap.

Es war eine tolle Zeit, was Besseres hätte mir nicht passieren können, ´zumal es mit dem Profifußballer und Rockmusiker nicht geklappt hat´… (…lacht…). Mit dem Übergang in den Vorruhestand komme ich ganz gut zurecht, da ich neben vielen Konzertbesuchen mit Reisen ins Ausland, dem Organisieren der Konzerte und meinem neuen Job, wozu ich Dir später was erzähle, einiges zu tun habe. Und die Familie hält einen ja auch auf Trab und gibt eine Geborgenheit und Zufriedenheit.

3.

Presse-Media-Online.de:

Einen großen Part in deinem Leben nimmt ja der Fußball ein. Wer dich kennt, weiß, dass du ein eingefleischter FC-Fan bist und über den Verein nichts kommen lässt. Du hast den Fußballtrainer A-Schein und verfügst damit über ein enormes Input und gehst oft mit den FC-Jungs hart ins Gericht.

Peter Decker (Konzert-Organisator): Als aktiver Fußballer hat es nur für zweimal 20 Minuten in der damaligen Verbandsliga beim TuS Langerwehe gereicht. In meiner aktiven Zeit (1978-1996) habe ich in allen Klassen im Fußballverband Mittelrhein gespielt, von der Kreisliga C bis zur Verbandsliga. Die meiste Zeit bei meinem Heimatverein TuS Elsig. Als Trainer war ich dann im Seniorenbereich beim SC Wißkirchen (KL B), SW Merzbach (KL B/BN), FC Dollendorf-Ripsdorf (KLA & BZL), SG Hillesheim (Landesliga RP), TuS Zülpich (Landesliga MR) SW Stotzheim (KL A) und TuS Mechernich (KL A) tätig.

Im Jugendbereich hatte ich eine sehr interessante und tolle Zeit beim TSC Euskirchen mit den A-, B- und C-Junioren in der Mittelrheinliga und Bezirksliga. Naja und was den FC angeht ist ja manchmal leichte Kritik angebracht, aber meist nur wenn ich mit „Fachleuten“ wie Dir zusammen bin… (…grinst….).

Ein FC-Tag auf St. Pauli 2018 wo für Peter alles passte: Nach 0:2-Rückstand noch 5:3-Sieg live am Millerntor miterlebt und abends zum Gig bei „RAILROAD“ mit Arne und seiner Crew und dem legendären „Dan Baird and Homemad Sin“.

4.

Presse-Media-Online.de:

In deiner aktiven Zeit hast du es ja leider nicht zum FC geschafft, sondern bist eher zu einem 6er verkommen… (..lacht…).. Woran lag es? Am guten Essen was du immer zuhause serviert bekamst oder deinen körperlichen Defiziten?

Peter Decker (Konzert-Organisator): Erfüllt Deine Fragestellung nicht schon den Tatbestand einer Beleidigung…? Nein, zum Profifußballer hat es einfach nicht gereicht. Dafür braucht es sehr viel Talent und vor allen Dingen muss auch im physischen Bereich alles stimmen. Und das kann man nicht trainieren…. Aber ich habe noch einen Vertrag beim 1. FC Köln bekommen. Seit September 2022 bin ich als Fahrer im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des 1. FC Köln angestellt. Es ist toll, die vielen guten Fußballer dort beim Training zu sehen und unter den „Kölschen“ zu sein.

5.

Presse-Media-Online.de:

Du warst auch viele Jahre als Fußball-Trainer unterwegs. Du erwähntest eben Deine Trainerstationen, deine Erfolge und warum konntest du keine Mannschaft in die Bundesliga lotsen? Und da wäre doch jetzt eigentlich mit deiner Rentenzeit genau der richtige Zeitpunkt, um wieder einzusteigen. Was hindert dich daran?

Peter Decker (Konzert-Organisator): Das mit dem Trainer-Dasein ist wie im richtigen Leben: Alles hat seine Zeit und bei mir ist die Coachzeit definitiv abgelaufen. Im Gedächtnis bleiben dann natürlich die schönen Erlebnisse. Mit der SG Hillesheim standen wir 1998 in der Winterpause auf einem Aufstiegsplatz zur Rheinlandliga, am Ende reichte es aber nur zu einem 4. Platz. Durch verletzungsbedingte Ausfälle in der Rückrunde, konnten wir den Aufstiegsplatz damals nicht halten.

Wenn ich so zurückblicke, war das neben der Tätigkeit beim FC Dollendorf-Ripsdorf (Aufstieg in die Bezirksliga) meine erfolgreichste und schönste Zeit als Seniorentrainer. Aber auch die folgende Zeit mit den Junioren beim TSC Euskirchen waren eine schöne und erfolgreiche Zeit. Aber, um das Kapitel zu schließen, diese Zeiten sind vorbei, womit es mir dann letztendlich nicht gelungen ist, einen Verein in die Bundesliga zu lotsen (…lacht…).

6.

Presse-Media-Online.de:

Kommen wir zurück zur Musik. Du bist neben deiner Liebe zur Rockmusik seit jungen Jahren ein brennender Rory Gallagher-Fan und fährst seit vielen Jahren immer zu einem viertägigen Gallagher-Treffen nach Ballyshannon in Irland. Was hat dich an dieser Musikrichtung so imponiert, wie ist es entstanden und was findet man in deiner riesigen Musik-Schatztruhe noch so alles vor?

Peter Decker (Konzert-Organisator): Ja, auf meiner persönlichen Fan-Liste stehen mit „Rory Gallagher“ und „Status Quo“ eigentlich zwei Bands. Ich kann sagen, dass ich ein großer Fan von beiden bin. Dieser Rock´n´Roll und der Rhythmus, der die Musik von beiden nach vorne treibt, gefällt mir. „Shadowplay“, „Bullfrog Blues“ von Gallagher sowie „Big Fat Mama“ und „Caroline“ von Quo, um mal nur einige Beispiele zu nennen, da kann man doch nicht ruhig sitzen bleiben. Naja das kaputte Knie…… (…verzieht das Gesicht…).

Die Fan-Treffen von Rory Gallagher in Ballyshannon in Irland oder Wijk an Zee in der Niederlande, die Quo-Treffen in Butlins (England), Glasgow und Zülpich sind für mich immer die Krönung des Musikjahres. Immer wieder sind es große Feste mit Gleichgesinnten und Freunden. Was mir sonst noch so an Musik gefällt, spiegelt sich auch im Live-Programm der Tributebands wider, die über die Jahre im Lago Beach aufgetreten sind. Am liebsten halt Bluesrock, Heavy-Metal, Hardrock und Rock´n´Roll der letzten fünf Jahrzehnte.

Großes Band- und Legendentreffen auf der Bühne nach einem berauschendem Abend in Ratingen 2018 zu Quo-Fan Yeti´s 50. Geburtstag. Die Hamburger Quo Tributeband „Break Even“, „HISTORY X“ und „Rhino´s Revenge“ (Quo-Basser John „Rhino“ Edwards) machten die Feier zu einem unvergessenen Erlebnis – und Peter Decker mittendrin bzw. ganz links …

7.

Presse-Media-Online.de:

Was bei deinen Konzertveranstaltungen im Lago Beach natürlich sehr interessant ist, ist der Umstand, dass im Sommer sogar Open-Air-Veranstaltungen mit Sonne, Strand und Zülpicher See stattfinden. Wie läuft da die Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Achim Klein, dem  Lago Beach-Verantwortlichen Aric Aszam Abu-Ghazaleh,  und dem gesamten Lago Beach-Team?

Peter Decker (Konzert-Organisator): Ja, vor allem die Sommer Open-Air-Veranstaltungen mit diesem Ambiente was man da am Lago Beach vorfindet, ist natürlich kaum zu toppen. Wir arbeiten jetzt schon im achten Jahr zusammen, wenn wir mal die Coronazeit abziehen. Das spricht ja dann für sich. Wir sind über die vielen Jahre ein richtig gutes Team geworden. Ich hoffe es läuft noch ein paar Jahre so weiter…

 8.

Presse-Media-Online.de:

Gerade diese Veranstaltungen werden in der Regel immer sehr gut besucht. Hast du jetzt für das Open Air schon einen Termin fix?

Peter Decker (Konzert-Organisator): Ja, das Open-Air-Festival findet in diesem Jahr am 29. Juli 2023 statt, Beginn ist um 18:00 Uhr. Dort können wir dann drei Bands begrüßen. „Into Deep“ wird uns die Klassiker von Supertramp, Deep Purple, Pink Floyd, Santana und vielen anderen servieren. Mit „Pink Flönz“ haben wir eine Glam Rock-Band engagiert, die uns in die Glam Rock-Zeit von The Sweet, T-Rex, Slade, Mud und andere in die 70er versetzen wird. Zum guten Schluss dann noch die Band „Rockbar“, die uns die größten Hits von Bryan Adams, Billy Idol, Free, Golden Earring und viele mehr präsentieren werden.

9.

Presse-Media-Online.de:

Die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern. Im Herbst veranstaltest du im Lago Beach wieder einen großen Status Quo-Fan-Day, wo die Fans sicher wieder auf ihre Kosten kommen werden. Kannst du uns dazu schon etwas sagen und auf welche Bands können wir uns freuen?

Peter Decker (Konzert-Organisator): Ja, das ist mir persönlich eine sehr große Freude. Auftreten werden die neuformierte Status Quo Tributeband „Frantic Four“, die niederländische Quo Tributeband „Back to Back“ und „Fishnetstockings“. Bei „Fishnetstockings“ handelt es sich um eine Rock´n´Roll-Band aus Holland, die uns alle Rock´n´Roll-Klassiker der 50er/60er Jahre um die Ohren hauen wird. Mit Schlagzeug, Kontrabass, Saxophon, Gitarre und natürlich Gesang wird man zurückversetzt in die Zeit von Chuck Berry, Bill Haley, Jerry Lewis und vielen anderen Größen des Rock´n´Roll. Das ist der Ursprung von dem, was wir heute lieben.

Auch die beiden Status Quo Tributebands „Back to Back“ und die neuen „Frantic Quo“ haben sich in der Quo-Szene einen Namen gemacht und stehen für absolute Qualität auf der Bühne. Sie werden den tollen Tag bereichern und mit ihrer großen Leidenschaft dazu beitragen, dass wir Quo-Fans wieder einen tollen Abend verleben dürfen.

10.

Presse-Media-Online.de:

Du bietest den Rockmusikfreunden immer ein sehr vielfältiges Programm. Wie sieht denn der Jahres-Fahrplan mit Livemusic im Lago Beach aus?

Peter Decker (Konzert-Organisator): Ja, wir starten in zwei Wochen mit der niederländischen Formation von „DIRTBAG“. Vier Wochen später kommt „HISTORY X“ ins Lago Beach. Ende Juli dann das große Open-Air, was ich eben schon angerissen hatte. Mitte September werden die „ROAD ROCKERS“ auf der Bühne sehen und den Abschluss bildet dann Ende Oktober das große Status Quo Fan-Treffen.

 11.

Presse-Media-Online.de:

Wer Dich etwas näher kennt wird schnell feststellen, dass Du über ein unheimlich großes Wissen über Bands verfügst, was Dir in der Szene schnell den Namen „Mr. Rock-Wikipedia“ eingebracht hat. Wie hast Du Dir solch ein großes und umfangreiches Wissen angeeignet? Was hat Dich an all dem Ganzen so fasziniert.

Peter Decker (Konzert-Organisator): Angefangen hat alles im Alter von ca. 7 Jahren. Meine ersten Singles waren von Peter Orfoff und Heintje (…lacht…)! Mit 10 Jahren wechselte ich zur Schule nach Euskirchen und die neugewonnenen Freunde hörten alle Rockmusik. Meine ersten Platten damals waren von Slade die „Slade Alive“, von Deep Purple „Made in Japan“ und eine Best of von Black Sabbath. Zu Status Quo kam ich dann durch die Single „Caroline“. Später kam dann Rory Gallagher hinzu, durch seine grandiosen Auftritte im Rockpalast.

Ich würde mich selber nicht als „Mr. Rock-Wikipedia“ bezeichnen. Bei meinen vielen rockbegeisterten Freunden aus Nah und Fern gibt es viele, die über ein größeres Fachwissen verfügen. Alles hat irgendwie mal mit der legendären „Bravo“ angefangen. Dann kamen über die Jahrzehnte „Metal Hammer“, „Rock Hard“, „Rock It“ und „Rocks“ hinzu. Das waren gute Informationsquellen und so blieb dann das ein oder andere hängen. Heutzutage bin ich halt viel im Netz unterwegs.

12.

Presse-Media-Online.de:

Über die vielen Jahre hast Du eine Unmenge von Konzerten und Veranstaltungen gesehen und eine große Vielzahl von eigenen organisierten Gigs. Was waren für dich deine persönlichen Highlights in all den Jahren?

Peter Decker (Konzert-Organisator): Puuh, da muss ich jetzt ausholen… Also das erste große Konzert war am 04. Juni 1976 in der Kölner Sporthalle mit Status Quo, die ich dann im August 1976 nochmals in Belgien beim Jazz- und Rockfestival in Bilzen bewundern konnte. Damals bis in den Anfang der 80er Jahre hatte Quo einfach ihre beste Zeit und ich war live dabei, wann immer es ging. Nach Bilzen bin ich sehr gerne gefahren. Von 1976-1981 habe ich dort Aerosmith, Thin Lizzy, Lou Reed, The Kinks, The Police, AC/DC, Ted Nugent, Slade, Boomtown Rats, The Specials, The Damned, The Clash, Camel, Blondie, The Jam und Elvis Costello gesehen.

Auch Uriah Heep, Small Faces, Pretenders, The Cure, Whitesnake, Stiff Little Fingers, Van Morrison, Nils Lofgren, Alvin Lee Band, Girlschool, The Stranglers, The Kids, Ian Hunter Band, Steeleye Span, Rick Wakemann, Graham Parker und Ian Gillan Band. Ich wundere mich gerade, dass ich noch so viele Bands direkt zusammenbekomme. 1978 habe ich Rory Gallagher live in Paris gesehen, 1981 folgten Kiss und Iron Maiden in Köln und 1986 auch die unglaubliche Kombination mit Gallagher und Quo auf dem Loreley-Festival.

Peter Decker (re.) mit dem viel zu früh von uns gegangenen Tony Dowler (Hellhounds) bei einem Treffen in Manchester vor einem Quo-Concert 2016.

Von 2002-2010 war ich jährlich bei dem „Bang your Head-Festival“ in Balingen. 2012 beim unglaublichen „Rory Gallagher Tribute Festival“ in Liverpool. Weiter gings 2013 mit „Status Quo Frantic Four“ in London. In London habe ich dann 2016 „Siff Little Fingers“ gesehen, woran ich mich auch gern erinnere. Ja und natürlich nicht zu vergessen die Rory Gallagher Tribute in Ballyshannon in Irland.

In der Zeit von 2013-2019 war das für mich ein Muss. Dann die beiden Status Quo-Fan-Meeting in 2016 und 2018. Und natürlich die Status Quo-Convention 2015, 2017, 2019 und 2022 und die schottische McVention in Glasgow, wo es ja im Herbst wieder hin geht.

Unvergessen die umfangreichen Organisationsarbeiten zu den legendären Status Quo Fan-Meetings 2016 und 2018 in Zülpich.

13.

Presse-Media-Online.de:

Wenn man so ein bißchen Deinen Weg verfolgt, stellt man schnell fest, dass Du sehr oft in Belgien und in die Niederlande auf Konzerten von kleineren Bands zu finden bist. Was zieht Dich da immer hin?

Peter Decker (Konzert-Organisator): Zum einen hängt es sicher damit zusammen, dass ich nur eine knappe Autostunde bis zur belgischen oder niederländischen Grenze habe. Da ist man dann schnell, selbst wenn man sich noch kurz vorher schnell für einen Gig entschließt. Ich mag besonders die Tribute Konzerte, die ich seit gut 20 Jahren besuche. Diese Bands spielen mit Herz und Leidenschaft.

Da wird nicht auf die Uhr geguckt und die Ansagen sind nicht vorher einstudiert. Es ist immer wieder ein Fest. Ganz besonders bei unseren belgischen Freunden von „HISTORY X“ und „Back to Back“, einer niederländischen Status Quo Tributeband. Und das Allerbeste ist, dass viele dieser Bands auch ins „Lago Beach“ nach Zülpich kommen.

Deutsch-niederländische Freundschaft: Peter Decker (2. v. r.) mit der Status Quo Tributeband „BACK TO BACK“ aus den Niederlanden, die in Hagen 2022 bei Quo-Hardliner Ulli Schölling aufspielten.

14.

Presse-Media-Online.de:

Peter, bei all den Dingen die wir heute angerissen haben, kommen wir aber an einer tollen Rock-Coverband nicht vorbei, die wir beide sehr ins Herz geschlossen haben. Die HISTORY X-Rock- und Coverband aus Belgien. Du hast mal gesagt: „Ich brauch auf kein Konzert der großen Bands mehr zu gehen, bei HISTORY X bekommst Du alles an einem Abend in einer Qualität, die Dich vom Stuhl haut…“. Was begeistert Dich besonders bei den Jungs aus Belgien?  

Peter Decker (Konzert-Organisator): Was mich immer wieder fasziniert ist die Live Show der Jungs. Wie JP seine Gitarre beherrscht ist einfach unglaublich, dazu Eric mit seinem treibenden Bass und Rudi mit seiner unbarmherzigen Schlagfertigkeit an den Drums. Man muss immer sehen, die stehen da oben nur zu dritt auf der Bühne und bringen dafür eine absolute phantastische Qualität. Sie legen bei jedem Gig immer eine große Spielfreude an den Tag, wie man es auch bei vielen anderen Tribute Bands erlebt.

Und es sind Jungs aus dem Leben. Es ist einfach der pure Rock´n´Roll. Ja und sie spielen dann die Songs mit denen ich aufgewachsen bin und wo ich diesen Rock lieben gelernt habe. Ob Status Quo, Rory Gallagher, AC/DC, Uriah Heep, Golden Earring, Deep Purple, CCR, Slade und sogar Stücke aus der Woodstock-Zeit. Deshalb kann ich nur sagen: Bitte den 22. April vormerken, dann spielt „HISTORY X“ wieder im Lago Beach“.

… und die deutsch-belgische Freundschaft: „HISTORY X“ aus Belgien, hier beim Open-Air in Elsig 2021 mit ihren Edelfans Jos (li.) und Christel.

15.

Presse-Media-Online.de:

Peter, bei manchen Veranstaltungen konnten wir alle feststellen, dass Du mit Abstand der beste Luftgitarrenspieler der Welt bist… Wie sieht es aus? Beherrschst Du ein Instrument, kannst Du am Schlagzeug den Takt angeben oder die Bassline brummen lassen oder hat es nur zur Blockflöte gereicht…?

Peter Decker (Konzert-Organisator): Oh je, da muss ich Dich enttäuschen. Es hat nur zur Blockflöte gereicht und das ist auch schon 55 Jahre her…. Da bleibe ich doch lieber bei meiner Luftgitarre.

16.

Presse-Media-Online.de:

Peter, ich möchte mich ganz herzlich bei Dir bedanken für deine Zeit. Danke für das leckere Kölsch, bleib gesund und behalte deine Liebe zu den Konzertveranstaltungen und den vielen Unternehmungen, damit wir noch viele Gigs mitnehmen können.

Peter Decker (Konzert-Organisator): Der Dank liegt ganz auf meiner Seite. Die Reise in die Vergangenheit hat Spaß gemacht und man wundert sich dann doch über das ein oder andere beim Rückblick. Du hast völlig recht: Wir müssen nur alle gesund bleiben, dann wird uns niemand die Liebe zur Musik nehmen.