Thunderstruck! Der AC/DC-POWER UP-Blitz schlug gestern Abend direkt in Leverkusen ein!
Sympathische Ruhrpott-Jungs hämmerten die Abrissbirne in der Fliegerhütte – Blitz-Ersatz mit Reibeisenstimme: Klaus Opreé springt ein und fackelt die Bühne ab – Am 18.04. rattern die Jungs im Steinbruch in Duisburg
von Werner Kilian
Oh Mann! Was für eine Nacht! Wer gestern den Weg in die legendäre Fliegerhütte Leverkusen gefunden hat, brauchte danach vermutlich erst einmal ein Sauerstoffzelt und einen Termin beim Ohrenarzt. POWER UP, die Speerspitze der AC/DC-Tribute-Armee, war in der Stadt und hat nicht nur geliefert – sie haben den Laden schlichtweg dem Erdboden gleichgemacht.
Dabei sah es noch wenige Stunden vor dem Gig nach einem Desaster aus. Die Nachricht schlug ein wie ein Blitzschlag: Der etatmäßige Frontmann war krankheitsbedingt außer Gefecht gesetzt! Und auch der Ersatzmann musste
passen, so dass das Event kurz vor dem Aus stand, die Enttäuschung der Fans war greifbar.
Doch dann kam der Moment von Veranstalter Frank Lagemann. Mit dem Handy am Ohr und dem Rock-Gott im Rücken vollbrachte er das Unmögliche
und zauberte mit Klaus Opreé einen Ersatzmann und Veteran aus dem Hut, der die Hütte nicht nur retten, sondern anzünden sollte. Damit war klar, das der ganze große Dank des Abends an den „ausgeliehenen Frontmann“ ging, der den Kessel so richtig zum kochen bringen sollte.
Dabei ist Opreé in der Szene ist kein Unbekannter: Als Gründer der legendären Tribute-Institution AC/BC (bestehend seit 2009) blickt er auf über 50 Jahre Bühnenerfahrung zurück. Man merkte vom ersten Ton an, dass hier ein absoluter Vollprofi am Werk war. Mit seiner unverkennbaren Reibeisen- und Schmirgelstimme traf er haargenau die perfekte Balance zwischen dem rotzigen Charme von Bon Scott und der brachialen Power von Brian Johnson.
Er hat das Erbe der australischen Rock-Giganten nicht nur verwaltet – er hat es mit einer Authentizität auf die Bühne in Leverkusen gebracht, die man so selten erlebt. Wenn er das Mikro ergriff, spürte man die letzten 50 Jahre Rock-
Geschichte in jedem Frequenzbereich.
Damit war der Weg frei für fünf Männer mit einer glasklaren Mission: High Voltage Rock’n’Roll. Als die ersten Riffs durch die Boxen peitschten, war klar: Hier werden heute keine Gefangenen gemacht. Die Band agierte mit einer
Leidenschaft, die man sonst nur aus den Stadien dieser Welt kennt.
Leadgitarrist Bernd Schuchnegg wirbelte in seiner Schuluniform über die Bühne wie ein Derwisch auf Speed. Jeder Ton, jedes Duckwalk-Intervall und jedes Solo saßen mit einer Präzision, die Angus Young vor Neid erblassen ließe.
An der Rhythmusgitarre Dirk Reiners. Er ist das pulsierende Herz der Band. Wie einst Malcolm Young legte er ein knochentrockenes Fundament, das so stabil war wie die Leverkusener Autobahnbrücke – nur deutlich belastbarer!
Am Viersaiter stand Rainer „Sharky“ Schaffranietz, der den Bass so tief in die Magengruben der Fans drückte, dass die Biergläser klirrten. Mit seinen
präzisen, schnellen Fingern trug er maßgeblich zum tiefen, treibenden Sound bei, der gerade bei AC/DC lebensnotwendig ist.
An den Drums Frank Amelang, die wahre Rhythmus-Maschinerie. Frank
drosch auf seine Kessel ein, als gäbe es kein Morgen. Mit seiner energetischen Schlagzeugperformance sorgte Frank für den unerlässlichen Drive.
Kein Hit wurde ausgelassen, keine Kehle blieb trocken. POWER UP feuerte eine Breitseite nach der anderen ab – von „Hell Ain’t a Bad Place to Be“ bis zum finalen „For Those About to Rock“. Die Fans in der Fliegerhütte wurden in eine Zeitmaschine gesteckt und direkt nach 1980 katapultiert.
Das war kein Konzert, das war eine religiöse Erfahrung in Sachen Auferstehung. POWER UP bewies wieder einmal, dass sie nicht nur eine Band sind, sondern eine richtige Naturgewalt. Wer diesen Abend miterlebt hat, weiß: Der Geist von AC/DC lebt – und der war gestern in Form der sympathischen Jungs von POWER UP in der Fliegerhütte.
WE SALUTE YOU!


